Nach einem viel zu kalten Flug (warum muss man Klimaanlagen so kalt einstellen?) von Sao Paulo nach Johannesburg sind wir am frühen Morgen in Südafrika eingetroffen.
Allerdings zusammen mit einer 747 aus Hong Kong. Die meisten Fluggäste von unserem Flug durften die Einreisespuren für Einheimische und andere afrikanische Staaten benutzen. Nur ein paar wenige standen dann mit uns in der Schlange für die sonstigen Nationalitäten zwischen gefühlten Hunderten von Hongkong-Chinesen. Für Europäer ist die Einreise einfach… Pass vorlegen, Einreisestempel bekommen und das war’s. Aber nicht so für Personen mit Pass aus Hongkong. Man braucht wohl irgendwelche Zettel, die entweder jemand hat, der schon durch die Einreisekontrolle durch ist oder, der noch an fünfzigster Stelle in der Schlange steht. Auf jeden Fall was es ein wenig chaotisch und die Damen von der Einreisebehörde waren auch irgendwann so genervt, dass wir ohne viele Fragen unseren Stempel bekommen haben, so auch ohne Kontrolle der Gelbfieberimpfung.
Danach begann dann ein weiteres Abenteuer: Die Abholung des Mietwagens war es noch nicht, aber das anschließende Fahren im Linksverkehr dann schon. Es passt so gar nichts, man sitzt auf der falschen Seite, fährt auf der falschen Seite und vor allem: Man fährt verkehrt herum durch Kreisverkehre und fragt sich immer, ob einem jetzt einer entgegenkommt oder nicht.
Nach fast drei Stunden Fahrt sind wir dann an unserem ersten Ziel, dem Pilanesberg Nationalpark angekommen. Da wir viel zu früh waren, konnten wir nur unser Gepäck schon mal abstellen, aber noch nicht in unseren Bungalow.
Um uns ein wenig die Zeit zu vertreiben, haben wir uns eine Einfahrtsgenehmigung für den Nationalpark besorgt und sind schon mal eine Runde durch den Park gefahren.
Dabei hatten wir schon mal Begegnungen mit freilaufenden Antilopen, Zebras und Nashörnern. Dann zog sich am frühen Nachmittag aber langsam der Himmel zu und wir sind lieber wieder zurück zur Lodge gefahren. Es hat dann auch angefangen zu schütten, so dass die Nachmittagssafari, die um 16:30 Uhr starten sollte vorsichtshalber abgesagt wurde. Wir haben uns stattdessen dann beim Nachmittagstee einen ruhigen Abend gegönnt, bevor es gegen 20:00 Uhr dann das Buffet zum Abendessen gab.
Am nächsten Morgen war das Wetter wieder besser und uns erreichte der Weckanruf gegen 5:00 Uhr in der Früh, damit man noch genug Zeit hat, vor der Morgensafari (Start 5:30 Uhr) einen Tee zu trinken.
Da eine andere Reisegruppe schon sehr früh abreisen musste, waren wir nur zu viert plus Ranger unterwegs. Dafür, dass man sich in Afrika befindet war es morgens auf der Fahrt im offenen Wagen unheimlich kalt. Die Ausbeute an Tieren war heute Morgen nicht besonders hoch… Am meisten gab es Gazellen („Impalas“) die von den Rangern als „Fast-Food of the bush“ bezeichnet wurden. Nach ca. 2 Stunden haben sich dann alle Fahrzeuge an einem Wasserloch getroffen, zu einem Morgenkaffee mit Muffins. Hier konnten wir zum ersten Mal Webervögel beim Bau ihrer Nester live beobachten. Unser Ranger hat gemeint, er würde den Amerikanern gerne erzählen, dass die Nester, die wie kleine Strohballen aussehen, den Giraffen gehören würden, die sich hier einen Wintervorrat an Futter anlegen würden.
Anschließend ging es wieder zurück zur Lodge, zu einem ausgiebigen Frühstück. Nun war es inzwischen warm genug geworden, für eine Dusche. Da sich die Dusche außen am Bungalow befand, konnte es hier leicht sehr frisch werden.
Damit einem die Zeit nicht zu lange vorkommt, gab es dann auch schon Mittagessen, fast anschließend den Nachmittagstee und dann, diesmal bei gutem Wetter, die Nachmittagssafari. Für den abendlichen Stopp am Wasserloch durfte man sich sein Getränk zuvor Wünschen und so gab es für uns einen Südafrikanischen Chardonnay zu getrocknetem Rindfleisch (hiesige Spezialität) und getrockneten Würsteln. Die Ausbeute an Tieren an diesem Abend war nicht sehr groß, auf der Rückfahrt haben wir noch eine Hyäne gesehen und einen Schakal, der nach irgendwelchen fliegenden Insekten geschnappt hat.
Außerdem hat unser Auto ein Mistkäfer gerammt… Die Viecher sind so groß und Hart, das hat einen richtig lauten Schlag getan hat, als er gegen einen der Überrollbügel geknallt ist.
Da die Ausbeute an den „Big Five“ (Elefant, Löwe, Nashorn, Leopard und Büffel) so mager war, hat uns unser Ranger vorgeschlagen am nächsten Morgen noch früher loszufahren, damit wir mehr Zeit haben, um weiter in den Park hineinfahren zu können und außerdem hat mal wohl als erste im Park größere Chancen.
Nachdem wir in einiger Entfernung sehr seltene, schwarze Nashörner sehen konnten, Elefanten und Giraffen, hat doch noch ein Fahrzeug zwei Löwinnen sichten können. Die Löwen waren im hohen Gras kaum zu erkennen, aber nach kurzer Wartezeit hat es wohl die Löwen genervt von so vielen Autos beobachtet zu werden und sie haben sich entschieden, zwischen den Fahrzeugen hindurch die Straßenseite zu wechseln und in den nahe gelegenen Hügeln zu verschwinden. Bei der Löwenbeobachtung war es in den Autos ganz, ganz ruhig. Da die Safarimobile keine Fenster haben, wäre es für einen Löwen sicher eine Leichtigkeit einfach in eines der Fahrzeuge hineinzuspringen, wenn die Löwin denkt „Super: Frühstück!“.
Nachdem wir endlich auch einen Löwen aus der Nähe und in „freier“ Wildbahn erleben durften haben wir auf dem Rückweg in die Lodge zum Frühstück noch eine ganze Herde Nashörner getroffen, die direkt neben der Straße gewandert sind.
Als wir so beim Frühstück saßen kam plötzlich eine Herde Kudus (Antilopen) an die Umzäunung der Lodge, um mal einen Blick auf die Touristen zu werfen.
Da die meisten direkt nach der Safari zum Frühstücken gegangen sind, kam plötzlich Hektik auf, da viele noch Ihre Fotoapparate griffbereit liegen hatten.
So hatten wir auch noch kurz vor unserer Weiterreise noch Kudu zum Frühstück. ;)
Nach einer wärmenden Dusche mussten wir auch schon wieder unsere Sachen packen, um zum Stargazing-Event nach Maropeng zu fahren. Da unsere Einfahrtsgenehmigung noch gültig war, sind wir einmal quer durch den Park auf die andere Seite gefahren. Dabei haben wir noch einmal viele Tiere gesehen, vor allem auch Elefanten aus nächster Nähe. Einmal kam ein großer Bulle langsam, aber auf direktem Wege auf unser Auto zugelaufen. Da haben wir dann lieber freiwillig den Rückzug angetreten, bevor er unser Auto erreichen konnte.
Es war ein beeindruckendes Erlebnis Tiere, die man ansonsten nur aus dem Fernsehen oder aus dem Zoo kennt, einmal ohne Zaun, in ihrer natürlichen Umgebung sehen zu können.
Auf dem Weg nach Maropeng, der „Cradle of Humankind“, also der Geburtsstädte des heutigen Menschen, hat es dann leider angefangen zu regnen. Wir sind dann auch im strömenden Regen, kurz vor der Dämmerung in unserem Hotel, dass gleich neben dem Besucherzentrum liegt, eingetroffen.
Das Stargazing-Event begann erst mal mit diversen heimischen Wein und Knabbereien. Wir dachten, es gäbe nun einen kleinen Vortrag, gefolgt von einem Abendessen und dann Live-Sternenbeobachtung, aber da hatten wir uns echt vertan. Nachdem man genug getrunken hatte, um leicht angeheitert zu sein und fast satt war von den Leckereien, die Bereitstanden, gab es zunächst gleich das dreigängige Abendmenü, das seht gut geschmeckt hatte. Dann kam der Vortrag (nachdem man ja noch einmal eine Flasche Wein zum Abendessen genossen hatte) und anschließend ging es raus auf den Parkplatz, auf dem inzwischen ein paar Teleskope aufgebaut waren. Leier hatten sich die Wolken vom vorausgegangenen Regen noch nicht verzogen gehabt, so dass der Vortragende erst einmal nur theoretisch über die Sternbilder, Galaxien und Kugelsternhaufen berichten konnte, die er uns gerne gezeigt hätte. Aber nach einer Weile, kurz bevor er die Teleskope schon wieder abbauen wollte riss die Wolkendecke ganz plötzlich auf und gab den Blick auf den nächtlichen Sternenhimmel für uns frei. In kürzester Zeit waren alle Wolken verschwunden und wir konnten doch noch einen Blick auf die ausgesuchten Planeten und Galaxien werfen.
Am nächsten Morgen ging es nach einem ausgiebigen Frühstück ins Besucherzentrum, um uns anzusehen, woher unsere Vorfahren kamen und wo aus sie gestartet sind, um sich in der ganzen Welt niederzulassen. Die Ausstellung ist ganz modern gestaltet und sehr informativ und kurzweilig. Wir haben auf jeden Fall viel über unsere Herkunft gelernt, was wir so noch nicht wussten. Außerdem zeigt es einem, dass alle Menschen aus dem gleichen Gebiet stammen und vor allem, dass die Urmenschen alle schwarz waren und wir nur ausgebleicht sind, um bei der geringen Europäischen Sonnenstrahlung genug Vitamin D produzieren zu können.
Nachdem diesem Besuch haben wir auf dem Weg nach Johannesburg ein paar Caches entlang der Straße gesucht und gefunden. Unser Hotel lag im Außenbezirk bei Randburg, in einer sehr ruhigen und schönen Wohngegend.
Die Anlage rund um das Hauptgebäude und den weiteren Nebengebäuden mit Zimmern ist fast parkähnlich gestaltet und man kann sehr schön und ruhig am Pool sitzen und was zu trinken genießen. Naja Pool… Man darf wohl darin baden, es gibt eine Umwälzanlage, aber er hatte nur die Ausmaße einer großen Badewanne. Viel interessanter war der Webervogel der sein Nest genau über dem Pool gebaut hatte und nun verzweifelt nach einem Weibchen Ausschau gehalten und dafür laut rumgepiept hat. Anscheinend gab es aber keine weiteren Webervögel in der Nähe, so dass er auch bei unserer Abreise noch auf Brautschau war.
Das Hotel hatte ein kleines Restaurant für die Hotelgäste dabei. Der Koch kam aus Mozambique und sprach ein sehr gutes deutsch, da er früher einmal einige Jahre in Deutschland gearbeitet hatte, als Landmaschinenmechaniker in einer LPG. Aber die Steaks, die er uns zubereitet hat, waren einfach perfekt.
Am nächsten Tag haben wir einen kleinen Abstecher in ein nahegelegenes Einkaufszentrum unternommen, bevor wir weitergefahren sind, nach Cullinan, zur dortigen Diamantenmine. Leider waren wir für eine Tour unter Tage schon viel zu spät dran, aber eine Führung durch den oberirdischen Teil der Mine haben wir noch bekommen und wir haben dabei viel über das Schürfen von Diamanten erfahren.
Hier in der Mine wurde auch der Weltgrößte Diamant der „Cullinam-Diamant“ nur 9 Meter unter der Erdoberfläche gefunden. Nachdem er per Post (!!) nach England geschickt wurde, um ihm dem damaligen König Edward VII. zum Geschenk zu machen. Nach seiner Spaltung blieben neun größere und mehrere kleine Stücke übrig, die in die Kronjuwelen eingearbeitet wurden und nun im Tower von London zu bestaunen sind. In der Mine gibt es leider nur noch Nachbildungen der Steine.
Leider darf man sich keine Steine aus der Mine als Andenken mitnehmen, da sich in jedem Stein ein Diamant verbergen könnte.
Am Ausgang der Tour kommt noch der obligatorische Verkaufsraum. Dort bekommt man an einem schönen großen (echten) Exemplar gezeigt, wie sich das Licht in besonderer Weise in den dortigen Diamanten bricht, da die Schleiferei der Mine einen ganz eigenen Schliff ihrer Diamanten erarbeitet hat, die bei geeigneter Beleuchtung einen funkelnden Stern entstehen lässt.
Wenn man bar zahlt in Euro oder Dollar bekommt einen guten Rabatt, bekommt man gesagt. Da man in den Reiseführern liest, man solle Papiere und Geld im Safe im Hotelzimmer lassen, hatten wir leider gerade keinen mittleren, sechsstelligen Betrag in der Hosentasche, um uns ein kleines Exemplar eines original Diamanten aus der Cullinan Mine leisten zu können. Wir mussten das Verkaufspersonal vertrösten, dass wir noch mal vorbeikommen und dann unser Kleingeld mitbringen werden (sobald wir ein paar Millionen im Lotto gewinnen würden).
Zurück im Hotel war es dann auch schon wieder spät genug, um wieder ans Abendessen zu denken.
Da ich dann auch noch Fieber bekommen habe, mussten wir leider unsere reservierte Tour nach Soweto für den letzten Tag absagen. Wir haben dann lieber im Hotelgarten noch ein wenig in der Sonne und der Wärme ausgespannt und sind dann in aller Ruhe zum Flughafen gefahren, um nun leider unseren Rückflug mit einer A380 nach Frankfurt anzutreten.
Zur A380 lassen sich zwei Dinge sagen: ersten es ist zu kalt, da es anscheinen zu schwer ist, den Riesenvogel vernünftig zu beheizen und zweitens, dass er wirklich wesentlich ruhiger in der Luft liegt als andere, kleinere Maschinen. Besonders Start und Landung wirken wesentlich sanfter.
Die Rückkehr ins kalte Deutschland nach Wochen der Wärme war schon etwas gewöhnungsbedürftig. Zum Glück hatten wir uns vorsichtshalber unsere warmen Jacken mit in den Flieger genommen. Die Einreise nach Deutschland war unproblematisch, leider gibt es am neuen Frankfurter Lufthansaterminal für die Einreise keine automatischen Passkontrollen, so dass man sich hier an der normalen Kontrolle anstelle musste. Dafür war der Zoll aber verwaist und kein Mensch weit und breit zu sehen. Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir uns doch ein Rhino als Andenken für den Vorgarten mitnehmen können ;).































































