Eigentlich wollten wir ja von Hawaii aus über Chicago nach Denver fliegen, um Mingo, den ältesten noch aktiven Geocache der Welt zu loggen.
An unserem Abreistag in Hawaii hat Katja noch mal nachgesehen und gelesen, dass Mingo einen Tag zuvor deaktiviert wurde, weil jemand den Cache mit Beton aufgefüllt hat. So ein Mist! Aber irgendwie auch ein Zeichen….Katja gings immer noch schlecht und mir auch schon nicht mehr ganz berauschend.
Wir haben dann beschlossen, den Stress mit Denver zu lassen und Halloween stattdessen in Chicago zu verbringen.
Von einem der Flugbegleiter haben wir erfahren, dass es eine Metrolinie (Blue Line) gibt, die vom Flughafen aus in die Innenstadt fährt. Nach der Ankunft in Chicago haben wir im Flughafenterminal erst mal nach einem offenen WLAN gesucht und sind vor einer United Lounge zum Glück auch fündig geworden. Die SZ hatte einen Artikel im Internet mit Hotelempfehlungen, bei denen auch die Anbindungen angegeben waren. Es gab zwei Hotels an der Blueline, eines davon im sog. „Loop“, so dass die Wahl nicht schwer fiel und wir uns einfach auf den Weg gemacht haben, um im Hotel nach einem Zimmer zu fragen. Zum Glück war gerade eine Messe zu Ende gegangen, so dass es kein Problem war und der Preis nicht exorbitant überzogen. Zentraler konnte die Lage gar nicht sein und so sind wir nach einer Dusche und einer kleinen Stärkung in einem der umliegenden Sandwichläden in Richtung See aufgebrochen.
Das Wetter war kühl und bedeckt, was wohl noch an den Ausläufern von Sandy lag. Nachdem wir ein wenig am See entlanggelaufen sind, haben wir dann einen Bus gesehen, und die freundliche Fahrerin hat uns erklärt, wie wir mit Bus und Bahn zur Halloween-Parade von Chicago kommen. Allerdings waren wir etwas zu früh, womit sich noch ein kleiner Imbiss angeboten hat, um die Wartezeit zu verkürzen. Das Restaurant war voll mit zum Teil seltsam verkleideten Gestalten. Auch die Bedienungen hatten skurrile Kostüme an. Wir haben zwei Gerichte gewählt, die unter „kleine Gerichte“ standen. Worauf der Herr Ober meinte, das wäre aber wenig!
Die Portionen waren im Verhältnis zum Preis auch für deutsche Verhältnisse nicht gerade üppig, da wir aber auch nur einen kleinen Hunger hatten, war uns das gerade recht. Der Geschmack der Speisen war hervorragend und wenn wir noch mal nach Chicago kommen, werden wir uns Hunger aufsparen um drei oder vier dieser kleinen Gerichte essen zu können.
Von der Halloweenparade kann man, glaube ich, vor allem berichten, dass für Amerikaner Halloween das ist, was man bei uns als Fasching kennt. Was da an Kostümen auf der Parade zu sehen war, war schon mehr als merkwürdig zum Teil. Es gab auch Bewertungen für das beste Kostüm, beste Drag-Queen, beste kostümierte Gruppe usw. Das Pech für ein paar Leute dürfte gewesen sein, dass es saukalt war und einige Kostüme haben sicher auch nicht besonders warmgehalten. Aber auch die Zuschauer waren zu einem großen Teil aufwendig verkleidet, ganz so wie man es von den Faschingsumzügen her kennt. Nachdem wir uns aus dem Gedränge herausgearbeitet hatten, sind wir mit dem Bus wieder zurück ins Hotel gefahren und ins Bett gefallen.
Der nächste Tag begann erst mal mit einem guten Frühstück. Das Frühstück war aufgeteilt und „heiß“, „kalt“ und „frisch“. Also es gab Rührei, Speck, Würstchen, Käse, Wurst, Joghurt, frische Früchte, Fruchtsaft und vieles mehr. Ganz untypisch, da wir an amerikanischen Hotels meist zum Frühstück eine Warmhaltekanne Kaffee, eine Tupperdose mit Muffins und eine Mikrowelle um die selbigen aufzuwärmen gewohnt sind. Wenn einer eine Hotelempfehlung für Chicago benötigt, das Hotel können wir wirklich weiterempfehlen.
Anschließend ging es in die Innenstadt. Zunächst hatten wir an eine Bootstour (es gibt wohl ganz tolle Architektur-Bootstouren) gedacht. Aber wie schon in Sydney, fuhr natürlich jetzt kein Schiff! Also zurück auf die Einkaufsmeile vom Chicago.
Auf dem Weg zum Hancock-Building kamen wir dabei am großen Verkaufsstand für den Verkaufsstart des neuen Surface-Tabletts von Microsoft vorbei (der einzige in ganz Chicago) und am weltweit einzigen Flagshipstore von Garmin. Garmin war interessant, da hier auch Navigationssysteme, Radarsysteme und Echolot für Flugverkehr und Schifffahrt ausgestellt waren. Die Angestellten liefen mit GPS-Geräten am Gürtel herum und wie auch immer die es angestellt haben, der Sattelitenempfang hat im Laden (Erdgeschoß Hochhaus) funktioniert. Da mein GPS im Regen von Seoul seinen Dienst eingestellt hat, wäre es interessant gewesen evtl. vor Ort ein neues GPS zu kaufen. Aber seltsamerweise hatten sie genau das eine Modell, das wir genommen hätten, nicht im Programm. Aber der GPS-Kauf in USA lohnt sich eh nicht mehr.
Vom Hancock-Building aus hatten wir bei guten Wetter einen tollen Rundumblick über Chicago. Die Mischung aus Wolkenkratzern verschiedenster Epochen, manche alten mit ganz tollen Verzierungen, hat uns sehr gut gefallen. Wenn wir nochmal in die Nähe kommen, werden wir hier sicher wieder Station machen, um uns die Stadt im Detail genauer anzusehen.
Auf dem Rückweg zum Hotel haben wir dann noch mal im Einkaufszentrum Halt gemacht, haben dann unsere Koffer abgeholt und sind wieder mit der Metro zum Flughafen rausgefahren, um den Flieger nach Brasilien zu erwischen.

























































