die Reise

die Reise
hier geht's lang

Samstag, 10. November 2012

Gestranded in Chicago

Eigentlich wollten wir ja von Hawaii aus über Chicago nach Denver fliegen, um Mingo, den ältesten noch aktiven Geocache der Welt zu loggen.
An unserem Abreistag in Hawaii hat Katja noch mal nachgesehen und gelesen, dass Mingo einen Tag zuvor deaktiviert wurde, weil jemand den Cache mit Beton aufgefüllt hat. So ein Mist! Aber irgendwie auch ein Zeichen….Katja gings immer noch schlecht und mir auch schon nicht mehr ganz berauschend.
Wir haben dann beschlossen, den Stress mit Denver zu lassen und Halloween stattdessen in Chicago zu verbringen.
Von einem der Flugbegleiter haben wir erfahren, dass es eine Metrolinie (Blue Line) gibt, die vom Flughafen aus in die Innenstadt fährt. Nach der Ankunft in Chicago haben wir im Flughafenterminal erst mal nach einem offenen WLAN gesucht und sind vor einer United Lounge zum Glück auch fündig geworden. Die SZ hatte einen Artikel im Internet mit Hotelempfehlungen, bei denen auch die Anbindungen angegeben waren. Es gab zwei Hotels an der Blueline, eines davon im sog. „Loop“, so dass die Wahl nicht schwer fiel und wir uns einfach auf den Weg gemacht haben, um im Hotel nach einem Zimmer zu fragen. Zum Glück war gerade eine Messe zu Ende gegangen, so dass es kein Problem war und der Preis nicht exorbitant überzogen. Zentraler konnte die Lage gar nicht sein und so sind wir nach einer Dusche und einer kleinen Stärkung in einem der umliegenden Sandwichläden in Richtung See aufgebrochen.
 
 
Das Wetter war kühl und bedeckt, was wohl noch an den Ausläufern von Sandy lag. Nachdem wir ein wenig am See entlanggelaufen sind, haben wir dann einen Bus gesehen, und die freundliche Fahrerin hat uns erklärt, wie wir mit Bus und Bahn zur Halloween-Parade von Chicago kommen. Allerdings waren wir etwas zu früh, womit sich noch ein kleiner Imbiss angeboten hat, um die Wartezeit zu verkürzen. Das Restaurant war voll mit zum Teil seltsam verkleideten Gestalten. Auch die Bedienungen hatten skurrile Kostüme an. Wir haben zwei Gerichte gewählt, die unter „kleine Gerichte“ standen. Worauf der Herr Ober meinte, das wäre aber wenig!
 
Die Portionen waren im Verhältnis zum Preis auch für deutsche Verhältnisse nicht gerade üppig, da wir aber auch nur einen kleinen Hunger hatten, war uns das gerade recht. Der Geschmack der Speisen war hervorragend und wenn wir noch mal nach Chicago kommen, werden wir uns Hunger aufsparen um drei oder vier dieser kleinen Gerichte essen zu können.
 
 
 
Von der Halloweenparade kann man, glaube ich, vor allem berichten, dass für Amerikaner Halloween das ist, was man bei uns als Fasching kennt. Was da an Kostümen auf der Parade zu sehen war, war schon mehr als merkwürdig zum Teil. Es gab auch Bewertungen für das beste Kostüm, beste Drag-Queen, beste kostümierte Gruppe usw. Das Pech für ein paar Leute dürfte gewesen sein, dass es saukalt war und einige Kostüme haben sicher auch nicht besonders warmgehalten.  Aber auch die Zuschauer waren zu einem großen Teil aufwendig verkleidet, ganz so wie man es von den Faschingsumzügen her kennt. Nachdem wir uns aus dem Gedränge herausgearbeitet hatten, sind wir mit dem Bus wieder zurück ins Hotel gefahren und ins Bett gefallen.
 
 
  
Der nächste Tag begann erst mal mit einem guten Frühstück. Das Frühstück war aufgeteilt und „heiß“, „kalt“ und „frisch“. Also es gab Rührei, Speck, Würstchen, Käse, Wurst, Joghurt, frische Früchte, Fruchtsaft und vieles mehr. Ganz untypisch, da wir an amerikanischen Hotels meist zum Frühstück eine Warmhaltekanne Kaffee, eine Tupperdose mit Muffins und eine Mikrowelle um die selbigen aufzuwärmen gewohnt sind. Wenn einer eine Hotelempfehlung für Chicago benötigt, das Hotel können wir wirklich weiterempfehlen.
Anschließend ging es in die Innenstadt. Zunächst hatten wir an eine Bootstour (es gibt wohl ganz tolle Architektur-Bootstouren) gedacht. Aber wie schon in Sydney, fuhr natürlich jetzt kein Schiff! Also zurück auf die Einkaufsmeile vom Chicago.
Auf dem Weg zum Hancock-Building kamen wir dabei am großen Verkaufsstand für den Verkaufsstart des neuen Surface-Tabletts von Microsoft vorbei (der einzige in ganz Chicago) und am weltweit einzigen Flagshipstore von Garmin. Garmin war interessant, da hier auch Navigationssysteme, Radarsysteme und Echolot für Flugverkehr und Schifffahrt ausgestellt waren. Die Angestellten liefen mit GPS-Geräten am Gürtel herum und wie auch immer die es angestellt haben, der Sattelitenempfang hat im Laden (Erdgeschoß Hochhaus) funktioniert. Da mein GPS im Regen von Seoul seinen Dienst eingestellt hat, wäre es interessant gewesen evtl. vor Ort ein neues GPS zu kaufen. Aber seltsamerweise hatten sie genau das eine Modell, das wir genommen hätten, nicht im Programm. Aber der GPS-Kauf in USA lohnt sich eh nicht mehr.
 
 
Vom Hancock-Building aus hatten wir bei guten Wetter einen tollen Rundumblick über Chicago. Die Mischung aus Wolkenkratzern verschiedenster Epochen, manche alten mit ganz tollen Verzierungen, hat uns sehr gut gefallen. Wenn wir nochmal in die Nähe kommen, werden wir hier sicher wieder Station machen, um uns die Stadt im Detail genauer anzusehen.
 
 
   
Auf dem Rückweg zum Hotel haben wir dann noch mal im Einkaufszentrum Halt gemacht, haben dann unsere Koffer abgeholt und sind wieder mit der Metro zum Flughafen rausgefahren, um den Flieger nach Brasilien zu erwischen.
 

Freitag, 9. November 2012

Aloha im Paradies

It's astounding
Time is fleeting
Madness takes its toll...
It's just a jump to the left.
And then a step to the right.
With your hand on your hips.
You bring your knees in tight.
But it's the pelvic thrust.
They really drive you insane.
Let's do the Time Warp again.
 
Es ist schon faszinierend (wie ein bekanntes Spitzohr sagen würde), man fliegt abends um 19:00 Uhr in Tokyo los und kommt noch am gleichen Tag morgens um 8:00 Uhr bereits in Hawaii an.
So haben wir es geschafft zuerst einen Cache in Tokyo zu loggen, nach Hawaii zu fliegen, den nächsten Flieger nach Kauai zu nehmen, ein Auto zu mieten, bis ans Nord-West-Ende der Insel zu fahren und dort einen weiteren Cache mal schnell eine halbe Stunde vor dem in Tokyo zu loggen. Da mag noch einer sagen, Zeitreisen gäbe es nicht!
 
 
Es hat alles gut geklappt, außer, dass ich zunächst erst mal unser Notebook im Flieger vergessen habe... Nach ein wenig Aufregung und ein wenig Sprachschwierigkeiten (Notebook ist für Amerikaner durchaus auch mal ein Buch) haben uns die freundlichen Mitarbeiter von United das Notebook aus dem Flieger geholt und zur Gepäckausgabe gebracht.
Die Wartezeit konnten wir mit einem weiteren Interview der Einreisebehörde überbrücken, die (wieder) wissen wollten, was wir im Oman gemacht haben. Nach den gleichen Fragen wie in Tokyo und den gleichen Antworten, durften wir dann auch endlich einreisen. Was heißt eigentlich durften wir? Die haben immer nur nach mir gefragt. Dass Katja auch im Oman war, hat niemanden gestört...was ist hier los mit der Gleichberechtigung?
 
Also endlich in Hawaii angekommen mussten wir auch nur noch den Flieger nach Kauai erwischen. Fliegen in den USA ist anstrengend geworden, mit all den Sicherheitskontrollen. Auch wenn es hier mit den Flüssigkeitsbeschränkungen dann doch wieder keiner besonders ernst nimmt. Da kann man auch schon gerne mal den großen Starbucks Coffee mit an Bord nehmen.
 
Auf der Insel angekommen, haben wir zunächst einmal unser Gepäck im Hotel abgestellt und sind dann zu einer Inselerkundung Richtung Norden aufgebrochen.
Von unserem ersten Besuch auf Hawaii waren wir erst mal von der Natur, dem Blau des Wassers und dem Grün der Palmen überwältigt. Nach dem Besuch von ein paar Stränden und Caches wurde es dann auch schon ziemlich schnell dunkel und wir sind müde und hungrig in unser Hotel am Meer zurückgekehrt und wir haben es uns bei Burger und Cocktails gut gehen lassen.
 
 
 
Der nächste Tag startete erst einmal mir einem reichhaltigen Frühstück. Leider hat der Regen in Seoul Katja mehr zugesetzt als zuerst gedacht. Da es ihr nicht wirklich gut ging, mit Husten, Fieber etc. haben wir vormittags nur einem verkürzte Runde um die Südinsel gedreht (einmal außen herum fahren geht hier leider nicht). Nach ein paar wenigen Caches und sehr schönen Lookouts mussten wir auch mittags schon wieder den nächsten Flieger nach Maui erwischen.
 
 
Auf Maui hatten wir dann erst mal ein wenig Stress mit der Autovermietung. Da es ein paar Straßen gibt, die nicht geteert sind (wie auch die zu unserem B&B), hatten wir ein Allradfahrzeug reserviert. Da sie aber die gebuchte Autokategorie nicht hatten, sollten wir als Ersatz einen Mazda 3 bekommen. Begründung: der ist doch viel besser, wie er viel weniger Sprit braucht. Nach ein wenig Diskussion haben wir zumindest ein SUV bekommen, was bei den Straßen auch wesentlich besser gepasst hat.
 
Mit dem Auto sind wir nun erst mal auf die Suche nach unserer Unterkunft gegangen... Zum Glück hatten wir eine sehr exakte Wegbeschreibung (wenn man auf den Highway auffährt, Meilenzähler zurücksetzen, bei x Meilen dann...), denn das Haus lag etwas abseits des Hana-Highway mitten im Grünen, und total ruhig.
 
 
Nach einem guten Abendessen in einem benachbarten (d.h. einige Meilen entfernten) Ort, konnten wir uns dann in unserem Zimmer zur Ruhe begeben. Das B&B hatte ein paar interessante Dinge. So gab es keine Klimaanlage, sondern die Kühlung km durch die Bauweise des Hauses zustande, das Wasser kam aus dem eigenen Brunnen, es gab Telefon und Internet, aber keinen Stromanschluss. Der ganze benötigte Strom wurde über eine Solaranlage gewonnen und in Akkus für die Nacht zwischengespeichert. Es gab daher auch keinen Fernseher, da ansonsten der Strom nicht für die ganze Nacht reichen würde.^
 
 
 
Der Hausherr hat dann am nächsten Morgen erst mal ein schönes kleines Frühstück zubereitet... Mit einem Obstsalat zum Start und einer Fritata als ”Hauptgang”. Ananas gehört in Hawaii sowieso zu jedem Frühstück dazu, genauso wie frische Obstsäfte.
 
 
Für unsere Fahrt nach Hana, haben wir noch eine CD fürs Autoradio geliehen bekommen. Die CD hat einem sowohl in die Streckenführung eingeweiht, wie auch mit allen Informationen über den Highway versorgt. Außerdem hat der Erzähler einem zu Abstechern von der Hauptstrecke eingeladen und auf viele schöne Orte hingewiesen, an denen man ansonsten vorbeigefahren wäre, da man die Wasserfälle, Pools  etc. von der Straße aus nicht gesehen hätte.
 
 
So haben wir z.B. einen kleinen Abstecher zu einem Ort gemacht der vor ca. 40 Jahren von einem Tsunami zerstört wurde, bis auf die alte Kirche, die den Wassermassen wiederstanden hat.
Durch das Cachen sind wir natürlich auch an ein paar sehenswerte bzw. historische Orte gelangt wie z.B. einen Lava-Tunnel, den man begehen kann oder auch an das Grab von Charles Lindbergh ohne den eine Reise wie die unsere vielleicht gar nicht möglich gewesen wäre.
 
 
 
Am Ende des Highways drehen wohl 80% der Touristen um. Wir sind aber weitergefahren, da unsere Hosts gemeint haben, kein Hawaiianer würde die „Road to Hana“ wieder zurückfahren... Hier hat es sich ausgezahlt, dass wir auf den SUV bestanden  haben, da die Straße nicht wirklich durchgängig geteert ist. (Viele Autovermieter verbieten daher auch die Weiterfahrt.) Bleibt noch anzumerken, dass die Straße, unabhängig von der Tiefe der Schlaglöcher, als Highway ausgewiesen ist.
 
 
 
Durchgeschüttelt kamen wir dann in dem Nachbarort an, in dem wir am Vortag gegessen hatten. Dabei hatten wir einen Waschsalon bei einem kleinen Einkaufszentrum gesehen und wir haben zum ersten Mal in unserem Leben einen Waschsalon betreten. Zum Glück hatten wir mit amerikanischen Waschmaschinen schon Erfahrung aus Sydney, so dass wir uns nur am Münzeinwurf versuchen mussten, bei dem man in 6 Schlitze gleichzeitig  (!!) 10 Quarter unterbringen musste. Zum Glück hatten Restaurants außenherum gute Pizza so dass wir während der Wartezeit gleich was Gutes essen konnten.
 
 
Wieder in unserem B&B angekommen, erreichte uns erst einmal die Tsunamiwarnung nach dem Erdbeben vor Kanada (nochmals Danke an alle, die versucht haben uns Bescheid zu geben und zu warnen!). Genau die Bereiche, die wir heute besucht hatten, waren betroffen, ebenso unser Hotel auf Kauiu (am Strand) und unser Hotel vom nächsten Abend (Waikiki).
Hier waren wir aber auf ca. 100m über N.N. absolut sicher. Die Tsunamiwarnung scheint jetzt auch die Einwohner der betroffenen Gebiete nicht weiter verunsichert zu haben und es ist zum Glück auch alles glimpflich und ohne Schäden abgegangen.
 
Nach einem kurzen Ausflug auf den großen, erloschenen Vulkan (3055 m hoch) der Insel, bei dem Katja mit Ihrer Erkältung extrem mit der dünnen Luft zu kämpfen hatte, ging es dann wieder zum Flughafen für unseren letzten Transferflug zurück nach Oahu.
 
 
Hier hatte Katja das Package “Jeep&Sleep” gebucht, d.h. im Hotelzimmer war ein Jeep-Cabrio enthalten. Das Auto mit dem kleinsten Kofferraum... Es war richtig schwierig das Gepäck irgendwie im Auto unterzubringen. Dann ging es gleich zum Hotel, um das Gepäck wieder loszuwerden. Zum Glück beinhaltete das Package die Parkgebühren (schlappe 20 EUR/Tag). Wer schon mal im Ausland in Übersee war, der beschwert sich nicht mehr über lächerliche 3,50 EUR/h in Deutschland… dann war erstmal Nachtruhe angesagt.
 
Auf Oahu haben wir uns auf große Inselerkundung bis zum Sonnenuntergang begeben, was bedeutet, dass wir auch nur die Osthälfte der Insel gesehen haben, da die Straße im Nordwesten endete und eine Umrundung nicht möglich ist. Wir haben viele schöne Strände gesehen unterwegs, aber leider gab es auch im surfverrückten Norden der Insel keine zum Surfen verwendbaren Wellen.
 
 
Wir sind durch ein paar der Caches auch an historisch interessante Orte gekommen, die wir so vermutlich  nicht gefunden hätten wie z.B ein altes heiliges hawaiianisches Gelände oder an einen eher lustigen Ort mit einem Lost+Found für Flip-Flops am Strand.
 
  
 
 
Aber es gab unterwegs eine Portion Krabben, von einem der wohl typischen Krabbenverkaufs-LKWs am Straßenrand. Sehr, sehr gut und wahres Genusscacher-Cachen, da in dem Truck auch eine große Muni-Box zu bekommen ist auf Nachfrage! Ein sehr sicherer Ort für TBs.
 
 
An unserem letzten Tag im Paradies haben wir uns das alte Zentrum mit den historischen Regierungsgebäuden von Honolulu angesehen und dem Waikiki Beach und dem Honolulu Zoo einen Besuch abgestattet. Auf die Kriegsverherrlichung der Amerikaner bei Pearl Harbor hatten wir irgendwie beide keine Lust.
Im Zoo haben wir auch unser erstes „Shaved Ice“ gegessen, das gibt es hier an jeder Ecke.
Das sind einfach kleingeschredderte Eiswürfel, die zu einem konischen Gebilde aufgetürmt werden und dann mit Sirups übergossen werden. Komisch, aber nicht schlecht.
 
 
 
 
 
 
Dann mussten wir auch schon wieder unser Gepäck im Hotel abholen, um den Flug nach Chicago zu erwischen.