Wir hatten mal wieder Glück, der Flieger aus Seoul war hauptsächlich mit Japanern besetzt, so dass an den Einreiseschaltern für internationale Gäste kaum etwas los war. Da wir unser Hotel in der Nähe von T-CAT, dem Tokyo City Airport Terminal, ausgewählt hatten, konnten wir auch gleich zum Bus gehen, an dem einen die freundlichen Mitarbeiter das Gepäck abgenommen und in den Bus verladen haben.

Am nächsten Morgen haben wir erst mal das Frühstück im Hotel genossen. Ein wenig gewöhnungsbedürftig von der Darreichungsform (Einzelpäckchen zum Ausquetschen für Marmelade, Margarine etc., Tablett mit Vertiefungen für die übrigen Dinge des Buffets, wie Rührei, sehr schlabbrig, Salat, Wiener Würstchen etc.), aber geschmacklich trotzdem sehr gut.
Anschließend haben wir uns auf den Weg gemacht, um die Stadt ein wenig zu erkunden. In Tokyo gibt es dafür ein sehr gutes U-Bahnsystem. Man kann sich eine aufladbare Wertkarte am Automaten kaufen, mit der man dann alle U-Bahnen benutzen kann. Das System errechnet immer den günstigsten Fahrpreis und berücksichtigt dabei auch die Transfers zwischen den Linien. Funktioniert perfekt, man kann auch den ganzen Geldbeutel auf den Leser legen, ohne die Karte zuvor herausnehmen zu müssen. Das gibt einem dann auch gleich das gute Gefühl, dass einem das Geld direkt aus dem Portmonee gesaugt wird. Was aber richtig gut gemacht ist im U-Bahnnetz ist die Bezeichnung der Haltestellen. Alle Linien haben einen eindeutigen Kennbuchstaben und die Stationen sind durchnummeriert. So weiß man dann gleich, wenn man in M10 einsteigt und an Haltestelle XY von M10 nach T7 umsteigt um nach T14 zu gelangen, wo man sich befindet, wann man wieder aussteigen muss und in welche Richtung man einzusteigen hat (Die Bahnsteigen sind dann auch mit T1-T6 bzw. T8-T23 gekennzeichnet).
Erster Punkt auf der Tagesordnung, der Kaiserliche Palast, für den wir glücklicherweise schon im Vorfeld der Reise Karten bekommen haben, die (der Kaiser wohnt schließlich noch dort) in der Menge sehr begrenzt sind. Hier sind wir dann auch gleich auf die perfekte Organisation der Japaner getroffen. Schon vor dem Eingang zum Palast, also vor dem Einlass, hat ein Sicherheitsbeamter die einheimischen Besucher schön aufgereiht antreten lassen (ausländische Besucher standen in einer zweiten Gruppe etwas abseits, da braucht wahrscheinlich keiner zu versuchen die Leute schön in vier Reihen aufzustellen).
Wir haben dann einen Audioguide auf Englisch bekommen, während der Führer live in Japanisch alles erklärt hat. Die Führung war aber echt interessant und das Palastareal mitten in der Stadt riesig. Das Japanische Kaiserhaus baut hier selbst ganz traditionell Reis an, der vom Kaiser höchstpersönlich gepflanzt und geerntet wird.
Nach Ende der Führung mussten wir uns auch gleich wieder beeilen, da wir einen Termin für eine kostenlose (!!!) Führung mit deutschsprachigem Führer gebucht hatten, bei der es zum einen um einen kleinen Rundgang durch einen Teil Tokyos ging, mit Schwerpunkt Essen und Finale in der Lebensmittelabteilung des besten Kaufhauses von Tokyo. So konnten wir ein wenig von den Lebensgewohnheiten der Japaner erfahren, den größten Bahnhof (der Welt?) mit 3,5 Millionen Fahrgästen (pro Tag!!) bewundern und alte Tokioter Gässchen bewundern. Zum Essen sieht man sehr viel auf dem Weg, da normalerweise alle Speisen in den Schaufenstern der Restaurants ausgestellt werden. Und da man ja nicht jeden Tag frisches Essen dafür opfern möchte, gibt es nur die aktuellen Tagesessen in frisch zu bewundern. Der Rest sind fast perfekte Nachbildungen der Speisen in Kunststoff! Aber auch der abschließende Rundgang durch die Lebensmittelabteilung war gigantisch, was es dort alles zu sehen und zu kaufen gab. Noch fantastischer waren die Preise hier. Eine kleine, gelbe Zucchini, einzeln abgepackt: 4 EUR. Koberind und anderes Fleisch: unbezahlbar. Aber alles was zu kaufen gab, sah einfach nur toll aus und hat uns ganz viel Hunger bereitet. Und wir dachten immer Dallmayr oder KdW wären teuer. Alles billige Schnäppchenläden! Einziger Nachteil in dem Kaufhaus dort: Fotografieren ist strengstens verboten…. deshalb hier leider keine Bilder aus der Feinkostabteilung.
So nun hatten wir Hunger, es war aber schon 16 Uhr und wir hatten gegen 18:30 eine Verabredung bei einem cachenden Sushimeister. Also mussten wir unseren Hunger mit weiterem Cachen begegnen.
Allerdings haben wir ein paar Caches gesucht, aber einfach nichts gefunden. Und so sind wir dann weitergezogen zu unserer Verabredung, immerhin gab es einen Multi vor seiner Restauranttür und wir haben gehofft, er würde uns bei Bedarf schon helfen.
Als wir nun also gerade wieder ratlos am Startpunkt des Multi standen, kam gariring (in der Anrede natürlich gariring-san) in seiner „Kochuniform“ auf traditionellen Holzsandalen aus seinem Laden heraus und hat uns geholfen die Stationen zu meistern, damit wir (endlich) unsere erste japanische Cachedose finden konnten.
Beim Abendessen mussten wir zum Glück keine Speisekarten lesen, denn die Abfolge von Essen und Getränken wurden von Gariring-san bestimmt. Nach diversen leckeren Sushis (jeweils eine Fischsorte pro Stück, von einem Fisch wissen wir bis heute auch nur, dass er teuer ist, aber nicht um welchen Fisch es sich gehandelt hat) gab es dann eine Muschelsuppe mit ganz kleinen Müschelchen darin (da wurden dann unsere Fertigkeiten mit den Stäbchen ganz schön auf die Probe gestellt) und einem Abschluss aus süßem Tofu, wurden wir dann noch in die Geheimnisse der korrekten Herstellung eines Sushis und von Makis eingeweiht und durften damit unsere ersten, eigenen Sushis und Makis machen. Es hat alles super geschmeckt, es war zwar nicht billig, aber billig ist in Tokyo gar nichts zu bekommen, da wirkt dann sogar Sydney wieder billig. Bleibt nur anzumerken, dass wir kein Japanisch und gairiring-san kein Englisch kann. Wir mussten uns durch Zeichensprache und einem Japanisch-Deutsch-Übersetzungsprogramm auf seinem Handy verständigen. Dieses Programm konnte japanische Sprache (also tatsächlich hineingesprochen) in deutsche Sprache (mit Sprachausgabe) umwandeln. Deutsch-Japanisch musste man eintippen, aber für die Verständigung hat es soweit ausgereicht.
Auf dem Weg zur U-Bahn konnten wir dann noch einen Cache von Gariring finden und loggen und dann doch noch satt und zufrieden ins Bett fallen.
An diesem, zweiten Tag in Tokyo gab es kein Rührei zum Frühstück, sondern kleine Buletten. Mit Ketchup dem Salat und den Brötchen vom Buffet konnten man sich so einen perfekten Miniburger bauen.
Das Wetter war, ganz anders als der Tag zuvor, super, strahlender Sonnenschein, keine Wölkchen am Himmel und so entschieden wir uns das auszunutzen und den Tokyo-Tower mit seinen Aussichtsplattformen zu besuchen. Zuvor haben wir aber noch einen sehr schönen Tempel besucht, der allerdings zu eher traurigen Anlässen benutzt wird. Wir haben einer Trauerzeremonie beigewohnt und auch wenn wir kein Wort verstanden haben, so war das doch sehr ergreifend aber auch sehr würdevoll.
Der Tokyo-Tower sieht dem Eifelturm sehr, sehr ähnlich, ist aber rot-weiß angestrichen und (natürlich) höher als das Original. Von der oberen Aussichtsplattform hatte man einen tollen Rundumblick über die Stadt bis hin zum Fuji. Runter ging es per Aufzug (perfekt gemacht) nur bis zum fünften Stockwerk, so dass man hier ausgiebig des Kinderspielparadies und, auf den daruntergelegenen Ebenen, diverse Souvenirläden und Schnellrestaurants bewundern kann. Eins hatte Nudelsuppen im Angebot und einen (typischen) Automaten zum Bestellen vor der Essensausgabe. Zum Glück hatten zwei Japaner vor uns auch Hunger und wir konnten uns den Gebrauch des Automaten erst einmal in Ruhe ansehen. Als wir nun wussten, wie man die Bestellung handelt, kam die zweite Hürde, was sollen wir bestellen? Vor allem, wenn alle Tasten nur in Japanisch beschriftet sind? Zum Glück gab es auch hier wieder Bilder von Getränken und Speisen zum Anschauen und dann muss man nur noch den Automat mit Geld füttern und die Taste finden, die die gleiche Anordnung von Schriftzeichen hat, wie die Bildunterschrift. Hat perfekt funktioniert, wir haben genau das bekommen, was wir wollten.
Anschließend haben wir uns noch ein wenig in der Stadt umgesehen, ein wenig gecached und waren am wichtigsten buddhistischen Schrein von Tokyo. Um an diesen zu gelangen, muss man sich allerdings durch Hundertmeter mehrreihiger Verkaufsstände drängen. Hier sind die Japaner mit ihrer Zurückhaltung sehr angenehm, da sie sehr ruhig darauf warten, dass Kunden sich für das Angebot interessieren und einen nicht ansprechen, wie es auf einem Souk oder Bazaar üblich wäre. Es gab aber guten grünen Eistee und irgendwelche Süßigkeiten zu kaufen, um unseren kleinen Hunger zwischendurch zu stillen.
Sollte man in Tokyo Durst bekommen, ist das alles kein Problem. In den Straßen stehen an fest jeder Ecke, manchmal auch noch zwischendrin, Getränkeautomaten aus denen man gegen kleines Geld (1-1,50 EUR) alle möglichen nicht alkoholischen Getränke erwerben kann. Dabei sind die Getränke immer im Schaufenster des Automaten ausgestellt, so dass man sieht was man kaufen will. Zu beachten ist: Unter den Getränken ist immer ein Schildchen, dass Japanisch beschriftet ist. Da steht drauf „Heiß“ oder „Kalt“, wie wir auf unserer Führung gelernt haben. Für Europäer sind die Schildchen zum Glück rot oder blau, so dass man sich an den Farben orientieren kann. Die Automaten verkaufen also parallel Dosen mit heißem Kaffee und Flaschen mit kaltem Wasser. Wie auch immer das funktioniert. Wir haben uns dann durch die Stadt in Richtung Hotel gecached, um dann unsere Sachen für den nächsten Tag und den Abflug nach Hawaii zu packen.
Am letzten verbliebenen Tagstück in Tokio waren wir erst mal auf dem Fischmarkt, den man vormittags dann auch als normaler Besucher oder Einkäufer betreten darf. Es war gigantisch, wie groß der Fischmarkt ist. Und im Gegensatz zu Sydney, scheint dieser hier wirklich für den Wiederverkäufer gemacht zu sein. Es gibt auch keine Restaurants etc. Der Teil auf dem Plan am Eingang der als „Restaurant“ ausgewiesen war, bedeutete, hier kann man Restaurantartikel, wie die bei uns superteuren, japanischen Messer erwerben und Teller, Stäbchen und was halt so dazugehört.
Der Fischmarkt ist absolut jedem Tokyoreisenden zu empfehlen. Wenn man so durch die Stände schlendert (Vorsicht vor dem Transportverkehr in der Halle!!!) sieht man viele Sachen, von denen man gar nicht wusste das diese Meereslebewesen überhaupt existieren, wie z.B. Schnecken und ganz eigenartige Muscheln. Wahrscheinlich gibt es hier einfach alles, was in Meerwasser mehr oder weniger lang überleben kann.
Nachdem es hier (im Gegensatz zu Sydney) nichts zu essen gibt, was man sich nicht selber zu Hause zubereitet, sollte es wieder ein wenig auf Cachetour gehen. Nahe dem Fischmarkt liegt ein (echter) Japanischer Garten. Der kostet zwar ein wenig Eintritt, aber wenn schon mal in Japan ist, lohnt es sich den anzusehen. Gleich nach dem Eingang wurden wir abgefangen durch Mitarbeiter des Gartens, denn in dem Garten gibt es Guides, die einem den Garten kostenlos (!) zeigen und erklären. Den Cache im Garten haben wir natürlich nicht mehr suchen gehen können, da uns die Zeit ausgegangen ist, aber die Führung durch den Japanischen Garten mit all den Erklärungen, was einen Japanischen Garten so ausmacht, hat sich gelohnt und dafür verzichtet man schon gerne auch mal auf eine Dose. Wir hatten auch noch Glück, dass ein kürzlich erst wieder aufgebautes Teehaus zufällig heute an einem der wenigen Tage im Jahr zur Besichtigung geöffnet hatte. Wir haben gelernt, dass ein Teehaus nichts mit einem Teezeremonieraum zu tun hat, sondern es sich hierbei um ein Gästehaus für Übernachtungsgäste des Kahn gehandelt hat. Eine Holzsäule, die das Dach mit trägt, war hier ganz besonders interessant, da es sich hierbei um eine Originalrekonstruktion handelt. Der Stützpfosten hat auf allen vier Seiten dieselbe Maserung. Wenn man sich normale Balken anschaut, ist die Maserung auf zwei benachbarten Seiten deutlich unterschiedlich. So ein (i.W.: 1) Balken von ca. 20x20cm kosten auch nur schlappe 1,5 Mio Yen (ca. 15.000 Eur).
Nach allen Erläuterungen hat uns unsere super nette und freundliche Führerin am Bootsanleger Richtung Norden abgesetzt, damit wir erst noch eine kleine Bootstour den Fluss entlang machen konnten um dann wieder rechtzeitig zurück in unser Hotel kommen, um den Bus zum Flughafen zu erwischen.
Auf dem Weg haben wir noch schnell direkt am T-CAT einen Cache loggen können, für den anstehen Time-Warp…. Darüber aber mehr in den Erzählungen zu Hawaii.
Nachdem wir unsere Sachen im Hotel abgeholt hatten, ging es wieder mit dem Bus zurück zum Airport, um unseren Weiterflug nach Hawaii anzutreten.
Hierzu sein angemerkt: Niemals auf dem Weg in die USA in Oman Station machen.
In Tokyo auf dem Flughafen wurde ich von einem Grenzschützer der USA herausgerufen und über den Sinn Zweck meines Aufenthaltes im Oman befragt zu werden. Um es noch mal in Erinnerung zu rufen, es handelt sich um nur 22 Stunden im Oman! Aber anscheinend waren die Erklärungen über unsere Beweggründe ausreichend und wir durften den Flieger in die USA betreten, um unseren Urlaub auf Hawaii fortzusetzen.






































Ach, was gibt es netteres als morgens mit einem Kaffee und einem Reisebericht den Tag zu beginnen ?
AntwortenLöschenViele liebe Grüße
Ich kann Susie nur und absolut zustimmen :)
AntwortenLöschenHi!
AntwortenLöschenDas freut uns wenn es euch gefällt.
Danke für die Kommentare, so wissen wir wenigstens, dass der Blog auch gelesen wird :)
Liebe Grüße aus Brasilien
Stefan und Katja