Nach einem 10 Stunden Flug von Sydney nach Seoul mit Asiana (sprich „Aschijana“) sind wir in Seoul gelandet. Asiana ist übrigens zu empfehlen als Fluggesellschaft, gutes Inseat-Entertainment, die meisten Filme auch in Deutsch, gutes Essen und ein großzügiger Sitzabstand (United spart hier sicher pro Reihe 15-20cm ein), ausserdem sehr bequeme Schlappen für den Flug und vor der Landung ein Video mit Übungen zu Druckpunkten um sich vom Flug zu erholen. Im Flieger haben wir auch unser erstes koreanisches Essen zu uns nehmen können „Bi-Bim-Bab“. Eine Essen aus frischem Gemüse, gedämpftem Reis, Sesamöl und einer scharfen Würzpaste. Alle Bestandteile werden einzeln serviert und die freundliche Flugbegleiterin hat uns dann auch noch erklärt wie man alles fertig zusammenmischt. Außerdem lag dem Essen eine Anleitung über „Wie esse ich Bi-Bim-Bab richtig“ bei.
Wir haben dann ein Taxi zum Hotel genommen, da es zum einen schon sehr spät war und angeblich die Busse nicht mehr gefahren wären. Es gibt am Flughafen einen „Touristentaxi“ Service mit Fahrern, die ein wenig Englisch oder Japanisch (man kann es sich aussuchen) sprechen. Unser Taxifahrer war bereits 74 Jahre alt, sein Fahrstil war gewöhnungsbedürftig, aber er hat uns schnell als Deutsche erkannt, da er vor 60 Jahren in der Schule Deutsch als Fremdsprache gelernt hatte. Und der kannte auch noch ein paar Brocken, die Zahlen z.B. Der Vorteil dieses Taxisservices liegt vor allem darin, dass die Fahrer die Hoteladressen in lateinischer Schrift lesen und dann in ihr koreanisches Navi eingeben können.
Wohlbehalten im Hotel angekommen haben wir dann auch gleich den ersten Kontakt mit einer Toilette japanischer Bauart gemacht. Viele Knöpfe in koreanischer Schrift beschriftet und wenn sie mit Symbolen versehen sind, kann man diese auch nicht interpretieren. Ich habe die Finger erst mal nicht vom Bedienpanel lassen können. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, man lässt als Europäer am besten die Finger davon. Bei den meisten Knöpfen wird man irgendwie in unterschiedlichen Weisen mit Wasser bespritz. Die Suche nach der Spülung kann man sich auch sparen, da dies alles vollautomatisch funktioniert, sobald man sich auf die Klobrille setzt oder wieder aufsteht.
Das passt gut zur angeblich Technikverliebtheit der Koreaner. Es gibt überall WLAN, das Handynetz funktioniert wohl auch noch im hinterletzten Winkel des Landes und man kann an vielen Stellen anstatt mit Kreditkarte, mit seinem Handy bezahlen, indem man es vor ein Lesegerät hält.
Aber wir hatten nur wenige Minuten, bis unser Volunteer Guide eingetroffen ist, um uns wegen unserer knappen Zeit schon mal ein paar Dinge über Seoul zu erklären. Mit ihm sind wir dann nicht unweit unseres Hotels in eine Gastwirtschaft/Pub eingekehrt, um ein Bier zu trinken. Bier wird im Pitcher serviert, außerdem ist es üblich immer etwas zum Knabbern dazu zu bestellen. Die Bedienung geht auch nicht vorher die Getränke bestellen.
Wir hatten dann eine Auswahl an Nüssen und getrockneten Dingen, die vormals im Meer geschwommen sein sollen. Also diversen getrockneten Fisch, Oktopus und Krabbenfleisch mit scharfer Soße zum Dippen. Hat sogar gut geschmeckt, auch wenn es erstmal etwas merkwürdig aussah.
Unser Guide hatte auch als Geschenk einen typischen, koreanischen Reiswein (ca. 6% Alkohol) mitgebracht, den wir dann auch gleich vor Ort noch verkostet haben und der sehr erfrischend und gut geschmeckt hat.
Zwei kurze Caches später sind wir dann ins Bett gekippt, da der nächste Tag wieder stressig werden würde und am Abend ja der Weiterflug nach Tokyo anstand.
Der erste Schreck am Morgen war, dass es gegossen hat in Strömen. Naja, wenn man schon mal da ist, haben wir versucht unser Besichtigungsprogramm durchzuziehen. Wir sind mit dem Bus zum Seoul-Tower gefahren. Dann hat es aber noch stärker angefangen zu regnen, die Sichtweite lag bei nur noch bei knapp 200m, so dass sich eine Fahrt auf den Turm erübrigt hat. Aber ein kleines persönliches Highlight konnten wir hier erledigen:
wir haben an den dafür vorgesehenen Bäumen ein „Love-Lock“ mit unseren Namen angebracht und sind dann wieder in den Bus geflüchtet.
Eigentlich wollten wir noch den Samsung Flagship-Store besuchen, da es heißt, er wäre besser, toller, größer etc. wie jeder Apple-Store, aber leider haben wir durch den Regen und warten, dass er weniger wird so viel Zeit verloren, dass wir erst mal wieder zurück ins Hotel sind, um unsere Sachen zu holen.
In Seoul Station, sozusagen dem Hauptbahnhof von Seoul, kann man nämlich direkt in den Bahnhof einsteigen. Damit rückt Seoul viel näher an Südkorea heran. Also was ich damit sagen möchte: Das was sich Steuber in München vorgestellt hat, ist in Seoul schon Wirklichkeit.
Damit man seine letzten Stunden in der Stadt genießen kann, gibt es im Bahnhof einen Check-In für den Airport. Man muss sich eine Karte (mit Platzreservierung) für den Airportexpress kaufen und kann dann sein Gepäck im Bahnhof aufgeben, damit es direkt zum Flieger transportiert wird. Auch die ganzen Ausreiseformalitäten (Ausreisestempel von Immigration) bekommt man gleich nebenan. Damit ist man dann ganz schnell im Flughafen über den Eingang für Diplomaten und Flugzeugcrews an seinem Abfluggate.
Anschließend sind wir noch zum Kaiserpalast gedüst, da hier schon unser Volunteer Guide im Regen auf uns gewartet hat, um uns den Palast (riesig) und das zugehörige Museum über die Koreanische Geschichte (sehenswert!) zu zeigen. Hier wird alles wirklich toll aufbereitet dargestellt und auch auf englisch erklärt.
Anschließend ging es dann mit dem Taxi zum Bahnhof, in den bereitstehenden Zug und ab in den Flieger nach Japan.
Ach ja zu Taxis in Seoul. Am besten es gibt jemanden (z.B. vom Hotel) der einem bei der Fahrzielbestimmung hilft, entweder, dass er es dem Taxifahrer sagt oder aufschreibt, da Kommunikation in Englisch schwierig ist und man keine Ahnung davon hat, wie man die Orte, an die man will, eigentlich ausspricht. Und dann scheint einen keiner dahin fahren zu wollen, wo man eigentlich hin will. Man wird gegenüber dem Fahrziel, auf der anderen Seite einer 12 spurigen Straße, abgesetzt. Oder samt Gepäck auf der anderen Straßenseite vom Bahnhof im strömenden Regen. Oder (wenn der Fahrer gnädig ist) nur 800m im Regen vom Bahnhofseingang entfernt. Warum dem so ist, wird uns für immer ein Rätsel bleiben.

















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