die Reise

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Samstag, 13. Oktober 2012

Von fliegen und Essen und essen im Fliegen und Fliegen im Essen?

Da wir von Donnerstagabend bis Freitagabend vom Oman aus nach Kambodscha unterwegs waren, haben wir natürlich viel an Flughäfen und in Flugzeugen gegessen. Loriot hat dazu einmal gesagt, der Mensch ist das einzige Tier, dass im Fliegen eine warme Mahlzeit zu sich nehmen kann. Schon auf dem Weg in den Oman haben wir uns gedacht, wir sollten mal die Fluglinienmenüs etwas näher unter die Lupe nehmen.
Nicht wundern, wenn Genußcacher unterwegs sind, dann gibt es auch schon mal eine Abhandlung über Essen zwischendurch.
Lufthansa hatte auf dem Flug nach Abu Dhabi  (wie bereits schon erwähnt) als warme Mahlzeit eine Auswahl zwischen Rindergulasch mit Kartoffelpüree und Pangasiusfilet mit Reis angeboten. Dazu gab es einen gemischten Salat mit Dressing und als Nachspeise eine kleine Sahneschnitte mit Waldfrüchten, eine Semmel und Camembert. Das warme Essen war jetzt optisch nicht die Wucht, aber das Rindergulasch war schön saftig und gut gewürzt, der Fisch war leider etwas trocken. Über Salat und Nachspeise gibt es auch nichts Negatives zu sagen, beider hat sehr gut geschmeckt.
 
           
 Rindergulasch                                        Pangasiusfilet
 
Als begleitenden Wein hatten wir einen sehr guten, trockenen Pfälzer Riesling.
War man nach Sekt und Wein noch nicht betrunken genug, hätte man als Digestif noch zwischen Cognac und Baileys wählen können (zum Baileys: wir hatten zwar keinen, aber für die, die Lufthansa Plastikbecher, wie unter Fluffinchen links zu sehen, kennt… Die waren gut über halbvoll eingeschenkt!)
Kurz vor Landung wurde dann noch ein „Snack“ serviert… Eine Scheibe Käse zwischen zwei Schwarzbrotscheiben. (Katja durfte meinen Käse essen…)
Von Abu Dhabi nach Muscat (ca. 50 min Flugzeit) gab es dann nur noch ein paar Cracker, wenn man gewollt hätte.
 
Richtig gut wurde es mit dem Essen dann in der Airportlounge am Flughafen Muscat. In Deutschland gibt es (wenn man Glück hat) ein paar Kekse, hier gab es das große kalte und warme Buffet. Salat, Hommous, Makkaroni mit Koriander-Sahnesoße, Hühnchen in asiatischer, fruchtiger Soße, Lammcurry und natürlich Reis. Die Nachspeisen gingen so in Richtung Cremetortenstückchen, aber die waren uns etwas zu bunt zum Probieren J. Und was immer dazugehört: jede Menge frisches Obst.
 
 
Salate                                                                             Nachspeisen und warme Gerichte
 
Eigentlich hatten wir ja schon genug gegessen, bevor wir in den Flieger gestiegen sind. Aber im Dienste der Wissenschaft haben wir natürlich an Bord der Thai Airways gleich weiterprobiert.
Der erste Eindruck von der Mahlzeit auf dem Weg von Muscat nach Karatschi war nicht so berauschend. Es gab einen Orangensaft, zwei Scheiben über die wir uns immer noch streiten, ob es Ente oder Rind war (wahrscheinlich von der Größe her eher Rind) zwei Stückchen Huhn, zwei Scheiben Gurke, einen Irgendwas-Karotte-Erbsen-Salat und ein gigantisch süßes Stück einer Sahnecremeschnitte.
Es war genießbar, aber kulinarisch keine Offenbarung und verdient daher in A und B Note Abzüge.
 
 
Das beste war im Übrigen das warme Brötchen…
 
Zwischenbemerkung: Schon mal so einen leeren Flieger gesehen?
Das erste Mal, dass wir die Fliegerreinigung live verfolgen durften, da wir den Flieger für den Zwischenstopp in Karatschi nicht verlassen durften. Mit uns sind nur eine Handvoll Leute vom Oman nach Bangkok geflogen, ansonsten gab es nur Passagiere von Muscat nach Karatschi und ca. 220 Leute von Karatschi nach Bangkok.
 
 
 
Nun gab es auf dem nächsten Flug von ca. 4h (endlich) wieder ein warmes Essen. Hunger hatten wir zwar immer noch nicht wirklich, aber wir wollten es ja schließlich durchtesten.
Diesmal können wir berichten über: Fisch Biriyani und Chicken-Curry.
Das Essen wurde in Porzellanschalen serviert und sah nicht so zermatscht und zerdrückt wie bei Lufthansa aus.
Als Vorspeise war noch ein Thunfischsalat auf dem Tablett und als Nachspeise ein wirklich guter Birnenkuchen.
Der Fisch war (wie schon bei LH) etwas trocken, dass Chicken-Curry war gut gewürzt, saftig und ist zu empfehlen. Außerdem gab es wieder die leckeren Brötchen von vorher und man hätte auch noch weitere bekommen können. Bei der Nachspeise wussten wir erst mal nicht, ob wir die probieren sollten nach dem Skandal mit den Erdbeeren aus China, aber da es sich nicht im Tiefkühlerdbeeren gehandelt hat, haben wir dann doch noch das leckere Fruchttörtchen auf einer Vanillecreme als Trägermasse verspeist.
Der Weißwein zum Essen war französisch trocken, aber genießbar.
 
      
Chicken-Curry                                   Fisch Biriyani
 
 
In der Lounge in Bangkok hätte man wieder weiter essen können, wenn man gewollt hätte. Hier gab es Sandwisches und eine warme Champignonsuppe, sowie asiatische Fertigsuppen in Bechern zum Selbstanrühren. Dazu diverse süße Teilchen. Aber wir konnten nicht weiteressen. Außerdem durfte man sich nur 2 Stunden in der Lounge aufhalten, was natürlich auch ein wenig Stress dabei verursacht hätte.
 

 
Noch mal eine Zwischenbemerkung:
Wir saßen da nun so eine Stunde vor Abflug müde am Gate herum, als ein Buddhistischer Mönch den Wartebereich betrat. Mit Mönchen in Thailand ist das so eine Sache… Wenn man sie fotografieren möchte, muss man vorher Fragen. Eine Frau darf einen Mönch nicht anfassen und schon gar nicht neben ihm Sitzen. Dieser Mönch war auch noch nicht so alt, kam barfuß angelaufen, wirkte schüchtern und zurückhaltend und wir haben versucht ihn nicht anzustarren. So viele lebende Buddhistische Mönche hatte wir ja auch noch nicht gesehen.
Also als wir so da saßen, hat der Mönch plötzlich sein iPad gezückt, schnell von uns ein Bild gemacht (wir sind hier wahrscheinlich genauso exotisch wie die Japaner auf dem Münchner Marienplatz oder in Heidelberg) und dann hat er sein iPad schnell wieder weggesteckt.
Also auch im Buddhismus ist die Moderne inzwischen angekommen.
 
Wieder zurück zum nächsten Flug von Bangkok nach Siem Reap, auf dem uns wegen göttlichem Beistand nun wirklich nichts mehr passieren konnte.
Hier gab es wieder eine Pappbox mit ein paar Sandwichen und einem Brötchen. Katja meinte das auf dem Brötchen wäre Ente gewesen, denn da waren noch Federn dran. Außerdem gab es Wasser und Orangensaft in den kleinen, flachen Plastikbechern mit Aufreißdeckel, wie man die auch von Loriot aus dem Flugzeugessen sehen kann und frisches Obst und einen Muffin.
Der Orangensaft hat interessant geschmeckt und war nicht so süß wie vermutet. Wahlweise konnte man aber auch Kaffee und Tee bekommen.
Nach dem ganzen Essen der letzten Nacht wurde es aber langsam schwierig etwas davon zu probieren. Wenn man von Federn einmal absieht war der Geschmack der angebotenen Speisen aber sehr gut.
 
Bleib nur noch eins anzumerken:
Die Flugstrecke zwischen Bangkok und Siem Reap entspricht etwa der Strecke München-Frankfurt. In der Zeit Essen auszuteilen, zu essen, zu trinken und alles wieder einzusammeln stellt eine echte sportliche Herausforderung dar.
Damit sind wir in dann auch gut in Siem Reap gelandet. Weiteres zu unserem Besuch in Kambodscha dann beim nächsten Mal.
 
 

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